Kyffhäuser-Kameradschaft Werther (vormals Kriegerverein Werther)

Im Oktober 1871 fand in Werther eine Zusammenkunft von Kriegsteilnehmern der Kriege 1864/1866 und 1870/1871 statt. Dort wurde über den Zusammenschluss zu einem Verein diskutiert, was 1872 in der Gründung des Kriegervereins Werther mündete. Im selben Jahr wurde bereits eine Vereinsfahne angeschafft.

1878 wurden in werther Stimmen laut, die ein Denkmal für die Gefallenen der letzten Kriege forderten, trat der Kriegerverein auf den Plan. Er stellte aus seiner Kasse 330 Mark zur Verfügung und forderte die Wertheraner Bürger zu Spenden auf. Die Planung für das Denkmal übernahm Bautechniker Gosebrink aus Werther, gestaltet wurde es von Steinhauer Schmidt aus Halle. Den Adler bezog man von einer Kunstgussfabrik in Berlin. Eingeweiht wurde das Denkmal, das neben der ev. Kirche immer noch steht, am 2. September 1879 mit einer feierlichen Veranstaltung.

1883 traten ungefähr 20 Kameraden aus dem Kriegerverein aus, weil sie das Vereinsleben auf rein christlicher Grundlage ausgeprägt haben wollten. Ihr gewünschter Vereinsname „Christlicher Kriegerverein“ wurde ihnen von der Regierung untersagt, sodass sie ihren Zusammenschluss schließlich „Verein alter Krieger, Landwehr- und Reserveleute“ nannte. Beide Vereine arbeiteten allerdings in der Folge gut zusammen.

Ab 1887 gestaltete der Kriegerverein mit dem Gesangverein Liedertafel, der Feuerwehr und ab 1904 mit dem Turnverein das Blotenbergfest. 1900 fand in Werther ein Kreisverbandstreffen statt, zu dessen Anlass die neue Vereinsfahne vorgestellt werden konnte, da die alte total zerschlissen war. Auf wunsch vieler Reservisten baute der Verein in Eigenarbeit an der Egge einen 100 Meter langen Schießstand, auf dem mit Gewehren geübt wurde.

Im 1. Weltkrieg starben 227 Wertheraner, zusätzlich wurden 20 vermisst. Die Mitgliederzahl des Kriegervereins sank dadurch deutlich und erhöhte sich nur langsam wieder. Auch diesen Gefallenen sollte ein Ehrenmal errichtet werden. Den Auftrag erhielt Architekt Münter aus Hannover, Sohn des Wertheraner Pfarrers Münter. Das alte Denkmal von 1879 wurde mit einem aus Sandstein hergestellten dreiseitigen ehrenmal umgeben, in dem die aus demselben Sandstein hergestellten Tafeln mit den eingemeißelten Namen der Gefallenen angebracht waren. 1926, am von der Regierung eingeführten „Heldengedenktag“, wurde das Ehrenmal eingeweiht.

Im Schießsport wurde mehr auf Kleinkaliber umgestellt, sodass der Verein erneut in Eigenregie am Blotenberg einen 50 m langen Schießstand baute. Nach dem 2. Weltkrieg wurde im Jahr 1951 dem Verein die Genehmigung erteilt, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen.

1956 wurden Stimmen laut, auch den Opfern des 2. Weltkriegs ein Denkmal zu setzen. Ein Dekmalausschuss unter dem Vorsitz von F. H. Meyer zu Erpen wurde gewählt. Zuerst musste das alte Denkmal mit schwerem Gerät an die Nordseite der Kirche umgesetzt werden. Die Sandsteinplatten mit den Namen der Opfer des 1. Weltkriegs wurden an der südlichen Außenwand der Kirche angebracht. Für den neuen Sockel konnten die freigewordenen Sandsteinblöcke des Ehrenmals von 1926 verarbeitet worden. Die von Professor Volwahsen geschaffene Statue wurde von einer Berliner Firma in Bronze gegossen. Am 16. November 1958 wurde das Denkmal eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben. Es war nicht möglic die Namen aller 594 Opfer des 2. Weltkriegs dem Mahnmal anzubringen, sodass zusätzlich ein Ehrenbuch angefertigt wurde. Dieses liegt seitdem im Eingangsbereich der ev. Kirche und ist so ausgelegt, dass die Namen der Opfer an ihrem Todestag immer offenliegen.

Aufgrund der Ereignisse des 2. Weltkrieges wurde der Name Kriegerverein als nicht mehr zeitgemäß angesehen und in Kyffhäuser-Kameradschaft Werther geändert. 1965 wurde beschlossen die alte Fahne neu aufarbeiten zu lassen, um sie zu erhalten. Das 100-jährige Vereinsjubiläum 1972 wurde mit einem dreitägigen Festprogramm, inklusive Gottesdienst, Konzert und Ball, begangen.

Die Kyffhäuserkameradschaft Werther hat sich zum 31.12. 2017 aufgelöst.

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