Volkstrauertag

Pressebericht über das Gedenken der Stadt Werther (Westf.) zum Volkstrauertag am Sonntag, den 13.11.20222

Pressebericht über das Gedenken der Stadt Werther (Westf.) zum Volkstrauertag am Sonntag, den 13.11.20222 Zur diesjährigen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Werther (Westf.) sind am 13.11.2022 bei strahlendem Sonnenschein in und an der St. Jacobi-Kirche zahlreiche Bürger*innen sowie Vertreter*innen der Vereine und Verbände, Schulen, des Rates und Verwaltung zusammengekommen. Nach dem coronabedingt die Veranstaltung zwei Jahre lang auf ein Minimum reduziert werden musste, konnte diese nun wieder stattfinden.

In dem stimmungsvollen Gottesdienst in der Ev.-luth. St. Jacobi Kirche, der um 9.45 Uhr startete, predigte Pastor Hartmut Splitter aus dem Evangelium nach Lukas von dem Gleichnis der Witwe und dem ungerechten Richter. In dem Text geht es um die Gotteserhörung von Gebeten. Dazu stellte er Bezüge zu aktuellen Geschehnissen her. Er legte dar, dass Menschen generell dazu neigen, an einem aktuell bestehenden vermeintlich positiven Zustand (z. B. Beruf, Gesundheit und Besitz) festhalten zu wollen. Dabei bedenken diese aber nicht, dass Gott oft etwas ganz anderes für den Menschen bereithält, um ihn näher zu sich selbst bzw. zu Gott zu bringen. Die Beispiele hatten die Besonderheit, dass die jeweiligen Menschen im Nachhinein feststellen konnten, dass das, was Ihnen zunächst als ein großes Unrecht erschien, dennoch für ihr Leben einen Gewinn bringen konnte.

Der am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus hingerichtete evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer fasste es so zusammen: „Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen“.

Der Gottesdienst wurde begleitet vom Posaunenchor unter der Leitung von Katrin Hirth und dem Männergesangverein „Liedertafel“ 1865 Werther e.V. unter der Leitung von Volker Schrewe. Die Orgel spielte Ursula Schmolke.

Nach dem Gottesdienst traf man sich zur Kranzniederlegung durch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Werther (Westf.), Löschzug Werther (Westf.), am Ehrenmal der St. Jacobi Kirche. Musikalisch wurde das Gedenken durch den Posaunenchor und den Männergesangverein begleitet.

Auch Veith Lemmen, Bürgermeister der Stadt Werther (Westf.), hatte sich einige Gedanken gemacht und ging in einer freien Rede auf die Bedeutung des Volkstrauertags in heutiger Zeit ein. Er gliederte die Rede in Trauer, Zweifel und Hoffnung. Menschen jeden Geschlechts und allen Alters seien Opfer, vor allem auch Kinder. Die Bilder aus der Ukraine, dem Iran und vielen anderen Krisengebieten machen betroffen, traurig und fassungslos. Ebenso wie die Erinnerungen an das Kriegs- und Katastrophenleid, das sich in Werther, Deutschland und der Welt in die Erinnerung eingebrannt hat. Zweifel an der Vernunft der Menschheit kämen allerdings auf, wenn aus diesem Leid und Irrsinn nicht gelernt wird und nun wieder Krieg in Europa herrscht. Bürgermeister Lemmen hob daher die Bedeutung des Gedenkens am Volkstrauertag hervor, da bald die letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs sowie die Überlebenden des Holocaust nicht mehr selbst berichten könnten. „Der Mensch neigt offenbar dazu, das Leid von Gewalt und Krieg zu vergessen, wenn es ihm nicht immer wieder ins Gedächtnis gerufen wird“, sagte Lemmen. Zuletzt machte er Hoffnung: „Wir können in Werther nicht alleine die Welt retten, aber wir können unseren bescheidenen Teil beitragen. Indem wir durch Zusammenhalt die Demokratie schützen, Nächstenliebe hochhalten, Geflüchteten helfen und unseren Teil zum Schutz des Planeten beitragen, um neue Konflikte zu verhindern. Besonders dankbar bin ich, dass über all die Jahre und auch heute das Gedenken am Volkstrauertag in Werther breit durch Feuerwehr, die Verbände, Vereine, Kirchengemeinden, Politik und Verwaltung – also die Stadtgesellschaft - getragen wird. Dieses Bewusstsein, das aktive Ehrenamt und der Zusammenhalt schützen uns am besten vor Krieg und Gewalt“, gab sich Bürgermeister Lemmen abschließend zuversichtlich.

Die gesamte Veranstaltung vermittelte einen Lichtblick von Zusammenhalt, Nächstenliebe und Versöhnung in diesen schwierigen Zeiten. Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung bestand die Möglichkeit an einer Mitmach-Aktion der Landfrauen Werther (Westf.) teilzunehmen. Die Aktion bestand daraus, seine Gedanken und Emotionen auf Baumscheiben niederzuschreiben und diese festzuhalten. Im Nachgang werden diese an öffentlich zugänglicher Stelle aufgehängt.

Bürgermeister Veith Lemmen kündigte an, dass es eine kurzfristige Nachlese bzgl. der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag geben soll.

 

Der Friedensengel ist zu sehen.
Der Friedensengel ist zu sehen.